{"id":64,"date":"2009-06-01T20:12:11","date_gmt":"2009-06-01T20:12:11","guid":{"rendered":"http:\/\/beta.frog360.com\/?p=64"},"modified":"2021-05-11T21:23:58","modified_gmt":"2021-05-11T19:23:58","slug":"wustenstrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hahnenbalz.de\/?p=64","title":{"rendered":"W\u00fcstenstrom"},"content":{"rendered":"<h3>Von der Vision zur Wirklichkeit<\/h3>\n<p>Sauberer Sonnenstrom aus der W\u00fcste statt gef\u00e4hrlicher Atomkraft und dreckiger Kohlekraftwerke? Kein weltfremder Traum, sondern schon heute machbar, wie eine neue Greenpeace-Studie zeigt: K\u00fcnftig k\u00f6nnten solarthermische Kraftwerke bis zu einem Viertel des weltweiten Strombedarfs umweltfreundlich, preiswert und zuverl\u00e4ssig decken. Die erforderliche Technik ist vorhanden. Was noch fehlt: ein deutliches politisches Signal der Bundesregierung. <!--more--><\/p>\n<p>Lange Zeit galt sauberer Sonnenstrom aus der W\u00fcste als technisch nicht realisierbar. Doch inzwischen sind die notwendigen Kraftwerke, Speicherkapazit\u00e4ten und vor allem die \u00dcbertragungsnetze technisch ausgereift und erprobt. Die Nutzung des Energiepotenzials der Sonne ist eine der kl\u00fcgsten Antworten auf die globalen Umwelt- und Wirtschaftsprobleme dieser Zeit, erkl\u00e4rt Andree B\u00f6hling, Energieexperte von Greenpeace. Nur zwei Prozent der Sahara reichen aus, um die ganze Welt mit Strom aus Solarkraftwerken zu versorgen &#8211; sauber, sicher und ohne Folgekosten.<\/p>\n<p>Die Greenpeace-Studie <a title=\"zur Greenpeace-Studie (.pdf)\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/energie\/Studie_Sauberer_Wuestenstrom.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Globaler Ausblick auf die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009<\/a> zeigt, dass das Energiepotenzial gigantisch ist: Bis 2050 k\u00f6nnten Solarkraftwerke mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von 1.500 Gigawatt gebaut werden. Sie k\u00f6nnten j\u00e4hrlich 7.800 Terrawattstunden sauberen Strom erzeugen &#8211; das ist drei Mal so viel Strom, wie zurzeit alle Atomkraftwerke der Welt gemeinsam produzieren! Da die solarthermischen Kraftwerke vor allem Kohlekraftwerke ersetzen w\u00fcrden, k\u00f6nnte die j\u00e4hrliche Einsparung von Kohlendioxid bis zum Jahr 2050 auf 4,7 Milliarden Tonnen ansteigen. Das ist sechsmal mehr, als Deutschland im Jahr 2008 ausgesto\u00dfen hat.<\/p>\n<p>Nicht nur die Umwelt, auch die Weltwirtschaft w\u00fcrde durch den Konjunkturmotor Solarstrom profitieren: 15 Milliarden Euro k\u00f6nnten pro Jahr an zus\u00e4tzlichen Investitionen ausgel\u00f6st und damit bis 2050 \u00fcber zwei Millionen neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden. Bereits 2020 k\u00f6nnte die Zahl neu geschaffener Arbeitspl\u00e4tze auf mehr als 200.000 steigen. Solarthermische Kraftwerke k\u00f6nnen nach der Windkraft und der Photovoltaik zum dritten globalen Exportschlager der Erneuerbaren Energien werden, prophezeit B\u00f6hling.<\/p>\n<p>Solarthermische Kraftwerke sind weit g\u00fcnstiger als Atom- und Kohlekraftwerke: Sie brauchen nur f\u00fcr wenige Jahre eine Anschubfinanzierung und produzieren keine Folgekosten f\u00fcr Atomm\u00fcll oder CO2-Emissionen. Deutschland k\u00f6nnte vom W\u00fcstenstrom in doppelter Weise profitieren: als Importeur sauberen Stroms und als Exporteur f\u00fcr die Technik. Deutsche Anlagenbauer sind bereits weltweit f\u00fchrend. Frau Merkel muss das Thema W\u00fcstenstrom endlich aus der Forschungsecke herausholen und auf die internationale Agenda der Klimakonferenzen und des n\u00e4chsten G8-Gipfels setzen, fordert B\u00f6hling.<\/p>\n<p>Solarthermische Kraftwerke k\u00f6nnen nicht nur in Afrika, sondern auch in der W\u00fcste Gobi, im Westen der USA, in Mexiko, Indien oder Australien errichtet werden. Ihre Nutzung muss durch gleichberechtigte, internationale Kooperationen verwirklicht werden. Dabei muss die Technologie zun\u00e4chst den Menschen in der jeweiligen Region zur Verbesserung ihrer Energie- und Wasserversorgung zu Gute kommen. Die \u00dcbersch\u00fcsse k\u00f6nnten dann in den industriellen Ballungszentren der Welt genutzt werden.<\/p>\n<p>Beispielsweise w\u00e4re es m\u00f6glich, Strom aus der Sahara \u00fcber 3.000 Kilometer durch hocheffiziente Stromnetze bis nach Deutschland zu transportieren. Laut Studie k\u00f6nnte so etwa 15 Prozent des deutschen Bedarfs und fast ein Viertel der europ\u00e4ischen Stromversorgung gedeckt werden.<\/p>\n<p>Dazu bedarf es der politischen F\u00f6rderung: Die Bundesregierung muss jetzt den Stromimport aus den W\u00fcsten gesetzlich f\u00f6rdern. Gemeinschaftlich mit anderen Regierungen muss sie Konzepte f\u00fcr den Bau von Solarkraftwerken in W\u00fcsten und erforderliche Stromverbundnetze entwickeln, erl\u00e4utert B\u00f6hling die notwendigen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Deutschland und Europa sollten zudem mit den Staaten der MENA-Region, also Nahost und Nordafrika, gemeinsam eine Roadmap f\u00fcr den Bau von W\u00fcstenkraftwerken und dem erforderlichen Stromverbundnetz erarbeiten. Und der Forschungsetat f\u00fcr solarthermische Kraftwerke sollte von derzeit acht Millionen Euro j\u00e4hrlich an das Niveau der Kernfusionsforschung von \u00fcber 130 Millionen Euro angepasst werden.<\/p>\n<p>Quelle: <a title=\"zu greenpeace.de\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">greenpeace.de<\/a><br \/>\nBerlin, 27.05.2009, Sylvia Pritsch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sauberer Sonnenstrom aus der W\u00fcste statt gef\u00e4hrlicher Atomkraft und dreckiger Kohlekraftwerke? 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